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Mehr Nutzen als Kosten

Mehr Nutzen als Kosten

Vollständiger Artikel erschienen in:  energie:bau Magazin 3 2017
Foto: (c) ingenhoven architects / HG Esch

 

Die Stadt Freiburg setzte mit dem Millionenneubau ihrer Stadtverwaltung durch die auf „Green Buildings“ spezialisierte ingenhoven architects ein Zeichen für energieeffizientes Bauen. 

Als das auf nachhaltige Architektur spezialisierte Düsseldorfer Architektur Büro ingenhoven architects 2013 den ersten Platz bei dem international ausgeschriebenen Wettbewerb für das neuen Freiburger Rathaus gewann, lobte Jurymitglied und Oberbürgermeister Dieter Salomonden Entwurf, als „das Modell mit der größten Originalität, es passt zu Freiburg und erfüllt alle Kriterien bezüglich Funktionalität, Kosten und Energiekonzept.“ Nun ist der erste Bauabschnitt des Großprojektes fertiggestellt und laut ingenhoven architects ist es das erste öffentliche Gebäude im Netto-Plusenergie-Standard weltweit.

Gutes Wetter und offene Struktur
Die deutsche Stadt Freiburg ist nicht nur für gutes Wetter, sondern jetzt auch für ihre ökologischen Ambitionen bekannt. So war es klar, dass der Neubau des neuen Rathauses in Freiburg im Breisgau mit Verwaltungszentrum und Kindertagesstätte ein „Grüner Campus” werden sollte. Das Budget für den Neubau des ersten Bauabschnittes einschließlich Außenanlagen, Einrichtung und Nebenkosten belief sich dabei auf 78,3 Millionen Euro. Auf der Baustelle waren insgesamt über 50 Firmen tätig. Der fertige, neue Campus bringt dafür aber jetzt auch die bisher mit über 16 verschiedenen Standorten in der ganzen Stadt verteilten 840 Mitarbeiter der Stadtverwaltung an einem gemeinsamen Ort zusammen. Und das architektonisch interessant und ökologisch effizient. Das Gebäudeensemble des neuen Rathauses besteht dabei aus drei Gebäudetrakten und einer Kindertagesstätte. Die Gebäude integrieren sich in den Grünraum zwischen dem Freiburger Eschholzpark und dem Universitätsklinikum, Durchblicke und öffentliche Wegebeziehungen schaffen Luftigkeit und dienen auch als Kommunikations- und Vernetzungsräume. Über die drei Ovale hinaus werden im Zuge des zweiten Bauabschnitts zusätzlich auch noch bis zu 400 Wohnungen entstehen. 

Lärchenholzfassade und Photovoltaikzellen
Das Herzstück des sechsgeschossigen Rathaus-Neubaus, der einen Rathauspavillon aus den 60er Jahren ersetzte, ist das Bürgerservicezentrum im Erdgeschoß mit Konferenzräumen, Mitarbeiterrestaurant und Cafeteria. Die darüberliegenden Geschosse mit geschlossenen Einzel- und Zweierbüros, großräumigen Teambüros mit offenen Arbeitsstrukturen, dienen den jeweiligen Ämtern der Stadtverwaltung. Optisch zeichnen sich die Gebäude besonders durch ihre Lärchenholzfassaden aus lokalem Waldbestand aus. Beim Rathaus ist die Fassade aus versetzt angeordneten, senkrecht auskragenden Modulen mit Photovoltaikzellen und hochwertiger Wärmedämmung konstruiert.Die deckenhohen gläsernen Fassadenelemente erlauben eine optimale Tageslichtnutzung. Die Fassade des kreisrunden Baus der Kindertagesstätte hat einen umlaufenden Laubengang mit einer offenen vertikalen Holzstruktur. Die äußere Fassade ist dort unterbrochen wo direkte Ausblicke, Tageslichteinfall und die Gebäudeerschliessung ermöglicht werden sollen.

Erstes öffentliches Netto-Plusenergiegebäude
Das neue Rathaus ist als weltweit erstes Nettoplusenergiegebäude dieser Art und Nutzung konzipiert. Das heißt, dass das Gebäude im Laufe eines Jahres mehr Energie erzeugen soll, als es verbraucht. Die überschüssige Energie wird dann ins Stadtnetz eingespeist. Der Primärenergiebedarf des Rathauses für Heizung, Kühlung, Belüftung und Warmwassererzeugung soll bei etwa 45 kWh pro Quadratmeter im Jahr liegen und erfüllt damit Passivhausstandard-Kriterien. Das entspricht vierzig Prozent des Primärenergiebedarfs vergleichbarer moderner Bürogebäude. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurden beim Energiekonzept bewusst einfache technische Lösungen gewählt, die sich durch eine hohe Wirtschaftlichkeit auszeichnen. Die für das Gebäude notwendige Energie wird thermisch über Saug- und Schluckbrunnen, Solarthermie im Zusammenhang mit Wärmepumpen und elektrisch über Photovoltaik auf dem Dach und an der Fassade erzeugt. 

Die Energie für die Kühlung und Heizung wird aus Erdwärme gewonnen. Die Heizung nutzt ergänzend thermische Bauteilaktivierung und kann individuell pro Büro geregelt werden. Die mechanische Belüftung ist mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Bei dem Raumklimakonzept der Büroräume wurde mit Bauteilaktivierung, Heizkühlsegel, außenliegender Sonnenschutz, Dreifachverglasung und mechanische Grundlüftung mit Wärmerückgewinnung gearbeitet. Öffenbare Lüftungspaneele geben den Nutzern, zusätzlich die Möglichkeit der Raumklimaverbesserung. Für die öffentlichen Bereiche wie Bürgerservicezentrum, Restaurant und Konferenzbereich gibt es ein Heiz- und Kühldeckensystem und eine Teilklimaanlage mit effizienter Wärmerückgewinnung. Insgesamt hat mit dem gesamten Gebäudekomplex die Stadt Freiburg ein sichtbares und mutiges Bekenntnis zu nachhaltigem, innovativem Bauen gesetzt.  

Perspektiven für den Nachwuchs

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Ist das ökologisch?

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