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Vergraut, verkohlt und heiß begehrt

Vergraut, verkohlt und heiß begehrt

Artikel erschienen in: Holzmagazin 6/2017
Foto: © mareinerholz.at

 

Fassaden in Lärche oder Fichte sind ein Dauerbrenner für alle, die eine natürliche Optik bevorzugen. Aber bei Holzfassaden gibt es mehr Gestaltungsspielraum, als nur die Auswahl des gewünschten Holzes. Die Trends gehen von vorvergrauten Elementen über Thermohölzern bis zur 3-D-Fassade.

Holzfassaden erfreuen sich heute mehr denn je großer Beliebtheit. Die Vorteile für den nachhaltigen Baustoff liegen auf der Hand: Natürliches ökologisches Baumaterial, lange Haltbarkeit, gute Dämmeigenschaften sowie ein Beitrag zu einer naturbewussten Bauweise. Und natürlich eine unvergleichliche Optik. Doch wer glaubt, dass es Holzfassaden nur in den klassischen Varianten gibt, täuscht sich. Der Wunsch nach Ästhetik und Innovation sind die Triebfedern für spannende - zum Teil auch neue - Lösungen. 

Der Wunsch nach Alt-Grau
Die umweltschonenden Eigenschaften und die behagliche Ausstrahlung von Holzfassaden ist für viele Bauherren, die etwas Besonderes suchen, anziehend. Der Grazer Architekt Josef Hohensinn von Hohensinn Architektur dazu: „Viele Kunden wünschen sich für ihr Objekt eine Holzfassade mit möglichst natürlicher Erscheinung.“ Vor allem die graue Patina, die nach ein paar Jahren bei unbehandeltem Holz entsteht, ist mittlerweile nicht nur unter Architekten beliebt, sondern habe auch eine große Anhängerschaft bei den Kunden. Die noble Optik von „Alt-Grau“ ist begehrt. „Mit von naturgebräunt gealtert über hell- bis silbergrau zu dunkelgrau steht ein großes Spektrum an Farben zur Verfügung. Damit kann auf fast alle individuellen Wünsche eingegangen werden und ein dauerhaft hochwertiges Erscheinungsbild für die Fassaden erreicht werden“, ist Hohensinn überzeugt. Die Farbveränderung bzw. der Verwitterungsprozess entsteht dabei durch Abbau von Lignin und deckt als feine Patina die Holzoberfläche ab. Dabei verändert sich die Farbe des unbehandelten Holzes, die Grautöne variieren je nach Höhenlage, Klima und Ausrichtung der Fassade. Diese oberflächigen Veränderungen beeinflussen aber nicht die Festigkeit des Holzes. Sie sind ein würdiges Alterungszeichen des lebendigen Werkstoffes. Für Architekt Sven Matt, Innauer Matt Architekten ZT Gmbh, stellt die natürliche Vergrauung eine der wertvollsten Qualitäten des Holzes im Fassadenbereich dar. Denn durch diese natürliche Patina verwachse ein neuer Bau über die Jahre hinweg harmonisch mit seiner Umgebung. Aber genau diese Jahre können für manche Bauherren einfach zu lange sein. 

Die Patina für Eilige
Wer also nicht jahrelang auf eine natürliche Vergrauung warten will, kann das Holz mit grauen Lasuren vorbehandeln. Damit erzielt man einen vollkommen einheitlichen Grauton, der unbehandelt erst nach einigen Jahren eintreten würde. Die Bandbreite an Farbtönen kann sich dabei sehen lassen. Hohensinn: „Mit von naturgebräunt gealtert über hell- bis silbergrau zu dunkelgrau steht ein großes Spektrum an Farben zur Verfügung. Damit kann auf fast alle individuellen Wünsche eingegangen werden und ein dauerhaft hochwertiges Erscheinungsbild für die Fassaden erreicht werden.“ Sein Kollege Sven Matt schildert, warum er sich bei dem von ihm entworfenen Haus für Gudrun für eine graue Lasur und nicht für die normalerweise von ihm bevorzugte Naturvergrauung entschieden hat: „Die äußere Form des Haus für Gudrun wird im Wesentlichen durch die unterschiedlich tiefen Einschnitte der Öffnungen bestimmt. Da sich das Holz aufgrund der unterschiedlichen Bewitterung sehr unterschiedlich verfärbt hätte, war es der Wunsch der Bauherrin, über die graue Farbe einen einheitlichen Farbton zu schaffen.“ Der Ergebnis fügt sich jetzt harmonisch in seine Umgebung ein. 

Thermohölzer, verkohlte Fassaden und 3-D-Fassade
Beim dem in der Steiermark ansässigen Holzproduzenten Mareiner Holz wird bei Holzfassaden von Privaten besonders gerne die Lärche, da sie sich über Jahrzehnte bewährt habe, nachgefragt. Architekten suchen jedoch oft innovativere Lösungen. Martin Breitenberger, zuständig für den Internationalen Vertrieb der Mareiner Holz GmbH: „Individuelle Lösungen – keine Standardprofile, keine einheitliche Dimension, sondern verschiedene Dimensionen und somit eine Dynamik sind bei Architekten derzeit besonders beliebt. Architekten und Investoren wünschen sich auch immer mehr ein dimensionsstabile Fassade ohne Harzaustritte. Die Thermohölzer nehmen daher in der Fassade massiv zu.“ Da die Thermohölzer kaum „arbeiten“ halten die Beschichtungen bedeutend besser. Und so ist 2017 für Mareiner Holz auch das größte Fassadenprojekt die Metro in St. Pölten, bei der mehrere tausend Quadratmeter in Thermoholz gebürstet und mit verschiedenen Breiten vorvergraut geliefert wurden. Denn vorvergraute Fassadenelemente haben sie natürlich auch im Programm. Dabei werden die Prototypen je nach Kundenwunsch produziert, bemustert und dann entschieden. Ein weiterer Trend und immer mehr im Wachstum bei der Fassadengestaltung seien auch gebrannte bis hin zu verkohlten Fassaden. Und weitere Entwicklungen sind auch schon da. Breitenberger: „Wir haben seit zwei Jahren eine 3-D-Fassade getestet und das erste Objekt für Tesla im Juli gestalten dürfen.“ Diese Tesla Lounge befindet sich auf dem Werksgelände von Alutechnik Matauschek in Kapfenberg und hat eine Tesla-Supercharger-Stromtankstelle installiert. Die Raststation für die Tesla-Fahrer – besagte Tesla Lounge – ist die erste 3-D-Fassade des Unternehmens. Sie besteht aus beschichtetem Irregolare-Thermoholz in ständig wechselnden Stärken und Breiten, die in den Corporate Colours von Tesla beschichtet wurden. Zusätzlich wurde in diese Beschichtung auch die Metallteile der Firma Matauschek eingebracht und so eine Kombination von Holz und Metall geschaffen. An Innovationen bei Holzfassaden mangelt es also nicht. 

 

Holz und Holzwerkstoffe für den Fassadenbau

Verkleidungen aus Brettern und Profilbrettern
Die häufigste Verkleidungsart ist die mit sägerauen und gehobelten Brettern bzw. Profilbrettern. Wegen der Gefahr der Verwerfung wird eine maxi-male Breite von 12 cm empfohlen. Die Dicke liegt zwischen 19 und 24 mm. Übliche Brettlängen sind 4 m, 4,5 m und 5 m. 

Lamellenverkleidungen
Im zeitgemäßen Holzbau werden häufig auch Lamellenverkleidungen als äußerste Wandschicht eingesetzt. Sie dienen zumeist als Sonnen- und⁄ oder Sichtschutz und sind oft großen Glasflächen vorgelagert. Sie bestehen aus waagrecht liegenden oder schräg montierten Brettern, Platten oder Leisten, die zum Teil auch aus mehrschichtig verleimten Querschnitten zusammengesetzt werden. 

Plattenverkleidungen
Holzwerkstoffplatten ermöglichen eine einfache und arbeitszeitsparende flächige Fassadengestaltung. Großformate bis zu 5 m Seitenlänge erlauben dabei eine stoßfreie Ausführung auch über mehrere Geschosse. Im Fassadenbereich werden auf Grund der Formstabilität und der guten technischen Eigenschaften hauptsächlich mehrschichtig verleimte Massivholzplatten oder Sperrholzplatten eingesetzt. 

Schindeln
Schindeln werden aus Vollholz mit unterschiedlichen Abmessungen und Formen gespalten oder gesägt. Gespaltene Schindeln sind dabei witterungsresistenter als gesägte Schindeln. Hergestellt werden die Schindeln in Längen von 12 bis 80 cm und fallen in unregelmäßigen Breiten zwischen 5 und 35 cm an. Der Querschnitt ist meist keilförmig.

Thermoholz
Thermoholz wird in einem speziellen Wärmeverfahren behandelt und erhält in Abhängigkeit von der Holzart, der Behandlungsdauer und der Intensität eine mehr oder weniger ausgeprägte Farbveränderung der Oberfläche. 

Quelle: proHolz Austria

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Über den Wolken

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