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Das richtige Mass finden

Das richtige Mass finden

Vollständiger Artikel erschienen in:
ZWEI UND MEHR - Das Familienmagazin / Frühling 2019
Fotos: © Marija Kanzizaj

Wie man Kinder und Jugendliche durch ein gesundes, bewegungsreiches Leben begleiten kann.

Im richtigen Ausmaß in Bewegung zu sein und zu blei-ben und sich gesund zu ernähren, das ist für unseren Körper und unseren Geist enorm wichtig. Denn wenn wir zu viel oder zu wenig aktiv sind und uns nicht maßvoll ernähren, gerät unser Energiehaushalt aus dem Gleichgewicht und unser gesamter Organismus leidet darunter.

Zu viel und zu wenig

Die Ursache für Über- oder auch Untergewicht ist meistens ein Ungleichgewicht: Man nimmt also mehr oder weniger Kalorien auf, als man benötigt oder „verbrennen kann“. Manchmal sind es auch Erbanlagen, Stress, seelische Probleme oder seltene Erkrankungen, die unseren Körper aus seiner Balance bringen. Doch in den meisten Fällen bewegen wir uns zu wenig und ernähren uns auch noch ungesund. Wir sitzen (zu) viel – in der Schule oder in der Arbeit. In der Freizeit locken oft Fernseher, Computer, Tablet oder Handy. Die Liste an Folgeerscheinungen und Beschwerden ist sehr lang. Diese beginnen mit Kopfschmerzen und reichen über Infekte, Diabetes, Bluthochdruck, Atemwegs-erkrankungen und Haltungsschäden bis zu Schlaganfällen, Herzinfarkten und Krebserkrankungen. Diese und andere Auswirkungen können direkt mit dem Fettanteil in unserem Körper zusammenhängen. Gemessen wird er mit dem sogenannten Body Mass Index (BMI). Sie sind die Folge von zu wenig Bewegung. Schon im Jahr 2016 hat die Weltge-sundheitsorganisation WHO festgestellt, dass 41 Millionen Kinder unter fünf Jahren übergewichtig oder fettleibig sind. Wenn wir die Altersgruppe zwischen 5 und 19 Jahren betrachten, dann sind es 340 Millionen Kinder und Jugendliche, die mit Übergewicht kämpfen!

Das richtige Maß

Gerade Kinder und Jugendliche werden meist durch zu wenig Bewegung übergewichtig. Zusätzlich tragen dann noch unregelmäßige Essenszeiten, zu fette und zuckerhaltige Snacks oder Getränke, zu viel Freizeit an Computer oder Smartphone dazu bei, dass der Körper nicht mehr in der Balance ist. So entsteht ein Teufelskreis. Wie viel sich Kinder und Jugendliche bewegen und wie sie sich ernähren, hängt auch immer stark von ihrem Umfeld ab: von Freundinnen und Freunden und der Familie. Da spielt es eine Rolle, wie sich Eltern ernähren und wie viel Bewegung es im Familienalltag gibt. Kinder selbst können ihre Situation nicht so einfach verändern. Sie brauchen die Hilfe, das Vorbild der Erwachsenen, um das richtige Maß zu finden. Wenn nicht, sind sie in der Schule nicht selten Hänseleien oder Mobbing ausgesetzt. Das wiederum führt zu Einsamkeit oder dem Gefühl, nicht gut genug zu sein. Haben Essen und Bewegung nicht das richtige Maß, fühlt man sich meist im eigenen Körper nicht wohl. Hilfe kann hier nur von Erwachsenen kommen. Denn Freude an Bewegung muss man von Anfang an lernen. Selbst wenn man Sport nicht so gerne mag, lässt sich Bewegung leicht in den Alltag einbauen: Man kann viel zu Fuß gehen oder am Spielplatz toben. Besorgungen oder Wege lassen sich mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen. Kinder, die oft klettern, balancieren, laufen oder hüpfen, sind sicherer und selbstbe-wusster. Daher verletzen sie sich auch seltener. Wenn wir uns viel bewegen und auch mal richtig austoben, setzt unser Körper Hormone frei, die für Glücks gefühle sorgen. Bei allem kommt es eben auf das richtige Maß und den richtigen Mix an; auch bei der Ernährung. Wenn Gemüse, Obst und Vollkornprodukte zu Hause ganz selbstverständlich sind, ist man auch nicht so anfällig für eher ungesundes oder zu kalorienreiches Essen. Wie man gesund und ausgewogen essen kann – egal, ob zu Hause oder unterwegs –, zeigt auch der „Gesunde Teller“ als praktische Alltags- und wertvolle Ernährungshilfe, die die Harvard T.H. Chan School of Public Health erstellt hat.

Mehr als gesund

Um das Gewicht balanciert zu halten, ist nicht nur wichtig, was und wie viel man isst. Es spielt auch eine Rolle, ob Bewegung und Sport zu kurz kommen oder aber – andersrum – zur Sucht werden. Wenn daraus ein Zwang entsteht und sich das ganze Leben, auch das in den sozialen Medien, nur mehr um Fitness, Sport und gesunde Ernährung dreht, kommt es zu einem Übertrainingseffekt. Der Körper kann sich nicht mehr erholen und antwortet dann zum Beispiel mit Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Muskelbeschwerden oder aber auch mit Stoffwechsel- und Hormonstörungen. Jedes Zuviel oder Zuwenig kann – vor allem im Wachstum – großen Schaden anrichten.

Wenn essen oder nicht essen krank macht

Aufmerksam sollten Erwachsene wer-den, wenn sich Bewegungsverhalten und Gewicht der Kinder oder Jugend-lichen stärker verändern, sie sich vom Essen oder Tisch fernhalten oder auch zu großen Stimmungsschwankungen neigen, sich der Freundeskreis ändert oder keiner mehr da ist. Kinder und Jugendliche sind auch anfällig für Ess-störungen: Das geht von kompletter Essensverweigerung (bei Magersucht) über Fressanfälle bis zur Fettleibigkeit (Adipositas). Essstörungen sind Erkrankungen, bei denen es um mehr als „nur“ um das Körpergewicht geht. Sie müssen durch FachärztInnen und TherapeutInnen behandelt werden. Da hilft keine Diät oder „Aufpäppeln“! Wird eine Essstörung vermutet, braucht es kompetente Hilfe und ein Gespräch mit Kinder- oder HausärztIn im ersten Schritt. Einen sehr hilfreichen Leitfaden gibt es dazu unter www.drogenberatung.steiermark.at . Diese Broschüre enthält Erklärungen, Informationen für Angehörige und Beratungsstellen in allen steirischen Bezirken, an die man sich im Fall des Falles wenden kann. 􀀁

WAS IST WAS?

ÜBERGEWICHT

zu viel Gewicht bezogen auf die Körpergröße

UNTERGEWICHT

zu wenig Gewicht bezogen auf die Körpergröße

BODY MASS INDEX (BMI)

Er zeigt den Zusammenhang von Körpergewicht und Körpergröße.

ESSSTÖRUNGEN

Das sind Störungen im Wechsel-spiel von Körper und Geist, die sich auf das Essverhalten auswirken.

DIESE ESSSTÖRUNGEN GIBT ES:

ANOREXIA NERVOSA (MAGERSUCHT)

Diese Krankheit bringt hohen Gewichtsverlust in kurzer Zeit. Es liegt eine Körperschemastörung vor. Trotz starkem Untergewicht fühlen sich Betroffene dick und haben Angst, zuzunehmen. Sie nehmen nur minimal Nahrung auf. Teils bewegen sie sich extrem viel und/oder nehmen Abführmittel.

BULIMIA NERVOSA (ESS-BRECHSUCHT)

Für die Betroffenen typisch ist induziertes Erbrechen nach (nicht unbedingt übermäßigem) Essen. Das Körpergewicht ist dabei meist normal.

BINGE EATING DISORDER (STÖRUNG MIT ESSANFÄLLEN)

Hier treten regelmäßige Heißhunger- und Essanfälle auf, die nicht kontrolliert werden können. Ohne Hungergefühl wird viel Kalorienreiches wesentlich schneller als normal gegessen. Das Körpergewicht liegt meist über dem Normalgewicht.

ADIPOSITAS (ESS-, FETTSUCHT)

Das ist eine Ernährungs- und Stoffwechselerkrankung mit starkem Übergewicht beziehungsweise oft schon mit Krankheitssymptomen. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO gilt man als Erwachsener ab einem Body Mass Index von 30 als adipös.

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