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Was macht eigentlich...eine Motopädagogin?

Was macht eigentlich...eine Motopädagogin?

Vollständiger Artikel erschienen in:
ZWEI UND MEHR - Das Familienmagazin / Frühling 2019
Fotos: © Marija Kanzizaj

Als diplomierte Motologin, akademische Bewegungstherapeutin, Sportwissenschaftlerin und Obfrau des Aktionskreises Motopädagogik Österreich hat Mag.a Veronika Pinter-Theiss ein sehr bewegtes Arbeitsleben. Dabei begleitet sie die Entwicklung von Kindern und Erwachsenen durch Bewegung und Spiel.


7:30 


Veronika mag am liebsten die ruhigen Morgenstunden, um ihre Büroarbeit erledigen zu können. Heute beantwortet sie zuerst die Anfrage einer Studentin der Pädagogischen Hochschule nach Fachliteratur zur Motopädagogik. Dann schreibt sie einer Mutter, die sich für einen Platz in einer motopädagogischen Gruppe für ihre Tochter interessiert. Sie erklärt ihr, dass Motopädagogik keine Therapie ist, sondern beziehungsorientierte Entwicklungsbegleitung über Bewegung und Spiel.

8:30


Das Telefon läutet. Es ist Kollegin Sabine. Gemeinsam unterrichten sie ein Modul der vierteiligen vaLeo-Zusatzqualifikation Motopädagogik. Sie besprechen den Stundenplan, die Inhalte, den Materialtransport, die Kopien, wer die Jause für die Teilnehmenden einkauft und den Treffpunkt.

8:40


Weil Veronika am Telefon ist, ruft sie auch gleich beim Vereinsmanagement des Aktionskreises Motopädagogik Österreich an. Sie fragt nach Neuigkeiten. Der Verein setzt sich für die Verbreitung der Motopädagogik in Österreich ein. Veronika ist dort Obfrau. Sie bespricht mit ihrer Kollegin die laufenden Projekte. Gemeinsam freuen sie sich, dass der letzte So-Move - ein bewegter Sonntag - gut besucht war. Dann berechnen sie das Budget für „Ferien mit Schwung“, die jährliche, motopädagogische Familien-Sommer-Ferienwoche, die im Schloss Schileiten stattfindet.

Durch bewegtes Spielen und Tun wird der Selbstwert der Kinder aufgebaut und gestärkt. (c)  Marija Kanzizaj

Durch bewegtes Spielen und Tun wird der Selbstwert der Kinder aufgebaut und gestärkt. (c) Marija Kanzizaj

10.15

Veronika erwartet Adrian. Der fünfjährige Bub mit Down-Syndrom kommt regelmäßig mit seiner Mama Thesi zu ihr. In ihrem Haus hat sie einen kleinen Bewegungsraum eingerichtet. Spielen Adrian und Veronika, achtet sie vor allem auf seine Bewegungsentwicklung. Seit letztem Mal balanciert er viel sicherer. Er springt jetzt schon mit beiden Beinen ab: am Trampolin und vom Kasten. Sie zeigt Thesi die Entwicklungsfortschritte. Sie dokumentiert sie auch per Video. Um Adrians Sprachentwicklung anzuregen, macht sie mit ihm ein Rollenspiel mit kleinen Stofftieren. 

11:30 

Veronika joggt eine Runde. Regelmäßige Bewegung ist ihr wichtig und tut ihr gut.

12:45 

Zeit für das Mittagessen. 

15:00

Sie setzt sich zum Computer. Seit zwei Wochen arbeitet sie an einem Artikel für eine Fachzeitschrift. Heute macht sie die Bildunterschriften, prüft die Zitate und Quellen. 

16:30 

Sie schlüpft in ihr Bewegungsgewand, packt ihren Rucksack, schnappt sich den Mini-CD-Player und schwingt sich aufs Rad zur wöchentlichen Eltern-Kind-Gruppe im Kindergarten.

17:00 

Die Motopädagogik-Stunde startet. Nach dem Begrüßungsritual laufen alle Kinder zu Musik durch den Raum. Im Musikstopp lösen sie Aufgaben, die sie sich selber ausdenken. 

17:20 

Veronika hat den Bewegungsraum gut vorbereitet. So können die Kinder Bewegungserfahrungen im Rutschen, Klettern, Springen und Schaukeln sammeln und das Miteinander üben. Die Erwachsenen begleiten ihre Kinder dabei. Veronika zeigt den Eltern immer wieder die Verhaltensweisen und Entwicklungsschritte ihrer Kinder. 

17:55 

Die Stunde endet mit einer Rückengeschichte. Das ist ein gemeinsames Entspannungsspiel für Jung und Alt. Jede Stunde soll den Raum zum Entwicklungs-, Begegnungs- und Erfahrungsraum machen. Die Kinder sollen sich erfolgreich in ihrem Tun erleben. So entwickeln sie ein positives Selbstbild. 

20:00 

Nach einer kurzen Pause setzt sich Veronika am Abend noch einmal an den Computer. Sie bereitet die Präsentation für ihren Vortrag „Die Bedeutung von Bewegung für die Entwicklung von Kindern“ vor. Nächste Woche wird sie dazu bei einem Elternabend in einem Kindergarten sprechen und anschließend die Fragen der Kinder beantworten. 

Veronika Pinter-Theiss im Gespräch

ZWEI UND MEHR: Was machen Motopädagogen?

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Veronika Pinter-Theiss: Motopädagogik begleitet und unterstützt die (Persönlichkeits-)Entwicklung von Kindern über Bewegung und Spiel. 

Wie kamen Sie dazu?

Pinter-Theiss: Im Sportstudium habe ich die Motopädagogik kennengelernt. Ich wollte mehr darüber erfahren. Neben dem Leistungs- und Gesundheitsaspekt des Sports hat mich Bewegung in der Entwicklungsbegleitung von Menschen besonders interessiert. Also habe ich in Deutschland noch Motologie (Bewegungswissenschaften) studiert. Motopädagogik ist ein Anwendungsgebiet der Motologie.

Wo liegen die Herausforderungen?

Pinter-Theiss: Dass man den Überblick über viele verschiedene Aufgabenbereiche behält und zwischen dringend und wichtig unterscheidet.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit?

Pinter-Theiss: Die Vielfalt – mit Kindern im Turnsaal spielen, Weiterbildungskonzepte für Pädagoginnen und Pädagogen schreiben, Elterngespräche führen, die Jahreshauptversammlung des Europäischen Forums für Psychomotorik organisieren. Genau dieses bewegte Arbeitsleben macht mir Spaß.



Über Mag.a Veronika Pinter-Theiss 

hat Sportwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz und Motologie an der Philipps-Universität Marburg/Lahn studiert. Zusätzlich ist sie Akademische Bewegungstherapeutin (Donau-Universität Krems). Die Grazerin ist in ganz Österreich selbstständig in der Erwachsenenbildung und in der psychomotorischen Entwicklungs-begleitung von Menschen aller Altersstufen tätig und Geschäftsführerin der vaLeo-Psychomotorische Entwicklungs GmbH.

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