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Abenteuer Urlaub

Abenteuer Urlaub

Vollständiger Artikel erschienen in: 
ZWEI UND MEHR - Das steirische Familienmagazin / Sommer 2017
Foto: Feriencamp Kinderfreunde © Kinderfreunde Steiermark

 

Wenn Jugendliche das erste Mal ohne Eltern auf Urlaub fahren, ist das für Eltern und Kinder ein großes Abenteuer. Psychotherapeut und Psychologe Dr. Philip Streit erklärt, was man dabei beachten sollte. 

Neun Wochen Sommerferien sind zwar eine wunderbare, freie Zeit für die Kinder, stellen aber für die meisten Eltern auch die größte organisatorische Herausforderung des Jahres dar. Feriencamps sind eine gute Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, neue Kompetenzen zu entwickeln. Gleichzeitig werden auch die Eltern entlastet. Nur selten können sie ihre Arbeitszeiten an die Ferienzeiten anpassen. 

Welches Camp für mein Kind?
Die erste Voraussetzung, damit Ihr Kind das Camp auch annehmen und genießen kann, ist, dass es sich das Zusammensein mit Betreuenden und Gleichaltrigen fern von zu Hause auch zutraut und es möchte. Generell gibt es Camps, die bereits für Kinder ab einem Alter von 5 Jahren geeignet sind. Der individuelle Reifegrad ist aber von Kind zu Kind verschieden. Geben Sie Ihrem Kind die Zeit, die es benötigt. Die Erfahrung, ohne Eltern weg zu sein, soll ja eine gute werden. Die nächste Frage ist, welches Camp es sein soll. Das Angebot ist vielfältig. Es gibt Erholungscamps, Abenteuer camps, Sportcamps, Lerncamps, Sprachcamps und Sprachreisen, Gesundheitscamps und Spezialcamps (für musische Aktivitäten wie Tanz, Schauspiel oder Zirkus). Für fast jedes Interesse oder jede Erwartung ist etwas dabei. Ob sporteln, für die Nachprüfung lernen, Roboter basteln oder gemeinsam abnehmen – mit Gleichaltrigen ist es leichter und oft auch lustiger als mit den Eltern. Anbietende gibt es viele. Lernen Sie die Betreuungspersonen Ihres Kindes vorab kennen und scheuen Sie sich nicht, alle Fragen zu stellen, die Sie haben.
 
Finanzielle Unterstützung holen
Ein wichtiger Punkt, der alle Eltern betrifft, sind auch die Kosten. Denn es kann sich schlicht nicht jede Familie leisten, ihr Kind in ein Sommercamp zu schicken. Das muss aber nicht  heißen, dass so ein Urlaub für Ihr Kind unmöglich ist. Denn es gibt verschiedene Hilfeleistungen: Das Land Steiermark etwa unterstützt einkommensschwache Familien, Mehrkindfamilien und Alleinerziehende mit einer Beihilfe. Um die Unterstützung beantragen zu können, muss die ausgewählte Kinder-Ferien-Aktivwoche von einem geförderten Anbietenden durchgeführt werden und das ZWEI UND MEHR-Emblem tragen. Die „Kinderfreunde“ gehören hier zum Beispiel dazu. Alexia Getzinger MAS, Vorsitzende der Kinderfreunde Steiermark: „Scheuen Sie sich bitte nicht, unsere Beratung bezüglich Zuschussmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen! Zuzahlungen gibt es über die Stadt Graz oder teilweise auch über die Gemeinden und Bezirkshauptmannschaften.“ 

 

EXPERTEN-MEINUNG


Dr. Philip Streit, klinischer und Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut und Supervisor am Institut für Kind, Jugend und Familie.


Was sollten Eltern und Jugendliche besprechen, bevor es das erste Mal in ein Feriencamp geht?

Eltern sollten den Jugendlichen die Sicherheit geben, dass sie immer für sie da und zu fixen Zeiten erreichbar sind. Sie können sie stärken mit: „Wir haben Kontakt zu deinen Betreuenden und wir unterstützen uns gegenseitig. Wir freuen uns mit dir über das, was du alles Tolles erleben kannst, und muten dir auch zu, die eine oder andere Herausforderung zu meistern.“ Allgemein empfiehlt es sich, nicht zu viel über das Für und Wider zu reden oder gar zu diskutieren, ob oder ob nicht. Bereiten Sie den Urlaub klar vor.

Ab wann empfehlen Sie, dass Kinder oder Jugendliche „alleine“ – also ohne Eltern – in Urlaub fahren? 

Grundsätzlich ab 18 Jahren, denn so lange gilt die Aufsichtspflicht.  Ansonsten nur in Begleitung einer volljährigen Person, die man persönlich kennt und der man vertraut. Wichtig dazu: Ihr Kind ist erreichbar. Sie kennen die Ziele und das Kind kann sich an Vereinbarungen halten.

Was halten Sie von Feriencamps in Bezug auf die Entwicklung der Eigenständigkeit? 

Sie sind eine wunderbare Angelegenheit, wenn die Betreuenden der Camps die Anforderungen erfüllen. Das heißt, Kindern zu begegnen, einen sicheren Rahmen zu bieten, zu inspirieren, zu begeistern und mit den Eltern zusammenzuarbeiten.

Stichwort Prävention (wie Nikotin, Alkohol): Welche Gespräche machen vor Urlaubsantritt Sinn?

Seien Sie als Eltern ein Vorbild. Nehmen Sie eine klare Haltung ein. Helfen Sie beim Erlernen des „Nein“ und der Selbststeuerung durch eine klare und liebevolle Struktur. Diskutieren Sie nicht endlos herum,  sondern zeigen Sie Haltung und leben Sie diese vor. 

Gibt es Grundregeln, die Sie Eltern, die ihre Kinder das erste Mal in ein Feriencamp schicken, mitgeben würden?

Seien Sie erreichbar. Vermitteln Sie, dass Sie immer für das Kind da sind, ohne gleich bei jedem kleinsten Wehwehchen loszustarten. Lassen Sie alles liegen, wenn etwas Ernstes mit Ihrem Kind ist. Suchen Sie das Einvernehmen mit den Betreuenden. Vertrauen Sie (aber nicht blind). Unterstützen Sie deren Arbeit, ohne sich einzumischen.

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