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Spass an Kultur

Spass an Kultur

Vollständiger Artikel erschienen in: 
 ZWEI UND MEHR - Das Familienmagazin / Frühling 2018
Foto: © Kinderparlament Graz

 

Wenn Kinder und Jugendliche sich schon früh auszudrücken lernen, sind sie auch später nicht sprachlos. Ob Lesen, Malen, Schreiben oder Spielen – Kulturtechniken fördern die Entwicklung und machen Spaß.

Wo vorher noch ein unscheinbares Toilettenhäuschen stand, verschönern jetzt eine bunte Blumenwiese und ein Regenbogen den vorher grauen Bau. Möglich wurde das durch „Kultur“. 

Kultur – was ist das?
Der Begriff „Kultur“ kommt vom lateinischen Wort „cultura“. Er wird mit Bearbeitung, Pflege oder Ackerbau übersetzt. Was wir heute unter Kultur verstehen, ist alles, was ein Mensch selbst gestaltend hervorbringt. Eine Kulturleistung ist also ein bestelltes Feld. Genauso wie ein E-Bike, ein Bild, ein Buch, Musik oder aber ein neues Medikament. Das Toilettenhäuschen war zum Beispiel ein Graffitiprojekt mit dem Grazer Künstler Markus Pippan im Överseepark. Dabei durften die Kinder des Kinder-Parlaments (ein Projekt von Kinderbüro – Die Lobby für Menschen bis 14) ihr Talent ausleben und ihre Fähigkeiten erforschen. Gleichzeitig haben sie damit den öffentlichen Raum gestaltet. Das ist auch Kultur und macht Spaß. 

Lesen ist eine Kulturtechnik
Um Freude am Gestalten zu haben, muss man erst einmal das dafür geeignete „Werkzeug“ kennenlernen. Denn wie soll man zum Beispiel ein Feld beackern, wenn man nicht weiß, wie das geht? Kultur beginnt also mit dem Ausprobieren und dem (Er-)Lernen von Kulturtechniken. So geben wir Fähigkeiten wie Lesen, Malen, Schreiben oder heute etwa auch Programmieren an unsere Kinder weiter. Wenn wir es schaffen, ihnen dabei auch die Freude am Tun mitzugeben, können sie ihre Talente voll entfalten.

“Wer lesen kann, öffnet sich selbst ein Tor zur Welt, baut sich eine Brücke in ein selbstbestimmtes Leben.« 
— Mag.a Ursula Lackner, Landesrätin für Bildung und Gesellschaft Steiermark

Mag.a Ursula Lackner, Landesrätin für Bildung und Gesellschaft, engagiert sich seit Jahren für einen frühen wie freudvollen Zugang zum Lesen. Landesrätin Lackner: „Lesekompetenz ist die wohl wesentlichste aller Kulturtechniken, ist sie doch auch Voraussetzung für das Schreiben und Rechnen. Wer lesen kann, öffnet sich selbst ein Tor zur Welt, baut sich eine Brücke in ein selbstbestimmtes Leben. Die Leseoffensive ‚Bücherheldinnen. Bücherhelden. Lesen mehr als Worte‘ für die Zielgruppe der 0- bis 10-Jährigen soll die Welt der Worte auf ungezwungene, spielerische Art eröffnen. Es gibt die steirischen ‚Lies-was-Wochen‘ in und mit den öffentlichen Bibliotheken und die ‚Buchstart-Initiative‘ ab dem Früh-jahr. Gemeinsam mit dem ‚Steirischen Vorlesetag‘ (der nach einer gelungenen Premiere im Juni seine Fortsetzung findet) sollen die Aktionen Eltern und Erwachsene auf die Bedeutung des
(Vor-)Lesens aufmerksam machen.“

Vom Lesen zum Schreiben
Kinder und Jugendliche haben ein natürliches Bedürfnis, sich mitzuteilen. Wer sich, seine Anliegen und Gefühle schon als Kleinkind ausdrücken kann, kann das meist auch als erwachsene Person. Martin Ohrt, Theater- und Gedichteautor, gründete 1992 die Jugend-Literatur-Werkstatt Graz. Er organisiert und leitet Schreibwerkstätten in Schulen. Was das Schreiben für Kinder und Jugendliche tun kann, erklärt er so: „Das Schreiben von Geschichten, von literarischen Texten ist eine gute Möglichkeit, ganz bei sich zu sein. In eine eigene Welt einzutauchen, die man ganz nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten kann. Eine Welt, in der sich Träume, Wünsche, Sehnsüchte erfüllen. In der Ängste überwunden, Konflikte bewältigt, Probleme gelöst werden. In der Literatur-Werkstatt machen wir junge Menschen schon früh mit der Weiterarbeit am eigenen Text bis zur druckreifen Version vertraut. Die dann auch in unserer eigenen Reihe veröffentlicht und vor Publikum in einer Lesung präsentiert wird.“ So lernen Kinder schon früh ein professionelles Herangehen an selbstgestellte Aufgaben. Auch zurückhaltendere Kinder schließen Freundschaften. Die Aufmerksamkeit, die ihnen über die eigene Geschichte entgegengebracht wird, stärkt ihr Selbstwertgefühl. 

Theater spielen weckt Interesse
Eine andere Form, sich selber auszuprobieren, ist Theaterspielen. Dafür gibt es in der Steiermark einen eigenen Landesspielberater. Er betreut, berät, unterstützt Amateur- und Jugend-Theatergruppen im ganzen Land. Das beginnt bei Hilfe in der Stückauswahl, geht über Probenhilfe und reicht bis zu Wochenend-Workshops oder Kursen zu Theaterthemen. Landesspielberater Christian Ruck (Fachabteilung Gesellschaft, Referat Jugend): „Theater kann Bewusstsein schaffen. Spielerisch und mit viel Lust. Bewusstsein für den eigenen Körper, die Stimme, die Gefühle, die Gedanken, die eigene Haltung zu bestimmten Themen und Problemen. Aus diesem Selbstbewusst-sein entsteht dann von ganz allein das Interesse und Bewusstsein für meine Umwelt, für meine Mitmenschen: ein gesellschaftspolitisches Gewissen  sozusagen. Es entstehen auch Neugier und Interesse an Kunst und deren unendlichen Möglichkeiten, Ausprägungen, Ausdrucksformen. Daraus resultiert (hoffentlich) eine offene, tolerante, weise Weltsicht.“ Gruppen zum Mitmachen und Initiativen gibt es in der Steiermark viele: ob die Platt-form für freies Theater, den Landes-verband für außerberufliches Theater LAUT!, „Das andere Theater“, „TaO! Graz“, „Podium“, „Theaterfabrik Weiz“, „tz deutschlandsberg“, „Die Heidi“ in Schladming und Stainach, „Theater/Baum/Schere“ in Kapfenberg oder das „Mezzanin Theater“. Wer jetzt Lust bekommen hat, selber mitzumachen, kann sich direkt an Christian Ruck wenden. 

 

 

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