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Was bringt ein Rauchverbot?

Was bringt ein Rauchverbot?

Vollständiger Artikel erschienen in: 
ZWEI UND MEHR - Das steirische Familienmagazin / Sommer 2017
Foto: Dr. Thoma Kröpfl © privat

 

Kinder und Jugendliche fangen immer früher mit dem Rauchen an. Kann ein Rauchverbot bis 18 Jahren hier gegensteuern? Zwei und mehr hat den steirischen Kinder- und Jugendarzt und Psychotherapeuten Dr. Thomas Kröpfl über den Sinn von Verboten und die Auswirkungen von Nikotin befragt.

Das Rauchverbot soll ab Mitte 2018 bis zu einem Alter von 18 Jahren ausgedehnt werden. Was sagen Sie als Arzt dazu?

Prinzipiell ist das eine gute Sache, weil Jugendliche mit 16 Jahren noch voll in ihrer körperlichen und emotionalen Entwicklung sind. Mit 18 Jahren sind sie zwar damit auch noch nicht fertig, aber schon etwas weiter. Nikotin hat – wie alle Drogen – eine negative Auswirkung auf diese Entwicklungsfelder.

Ist ein Verbot bei Jugendlichen sinnvoll oder regt gerade das Verbot noch mehr zum Konsum an? 

Ein Verbot ist sinnvoll. Ich schätze, es wird eine Verringerung der Rauchenden um 10 Prozent bringen. Studien in Italien haben gezeigt, dass durch das Rauchverbot in Gasthäusern die Raucherquote insgesamt um 10 Prozent gesunken ist. Die akuten Kreislauferkrankungen sind dabei deutlich zurückgegangen.

Glauben Sie, dass Schockbilder von Lungenerkrankungen auf Zigarettenpackungen bei Jugendlichen abschreckend wirken?

Das glaube ich eher nicht. Als junger Mensch lebt man eher im Augenblick, nach dem Motto „was schert es mich, wenn ich ‚alt‘ bin“.

Was kann der Nikotinkonsum bei jungen Menschen anrichten? 

Die Lunge kann sich nicht optimal auswachsen. Die Lungenfunktion wird eingeschränkt. Die körperliche Ausdauer sinkt. Es folgen chronischer Husten, Depressionen, Hyperaktivität und Zahnerkrankungen.

Wissen Eltern selbst genug über die Wirkstoffe und Auswirkungen des „Genussmittels“ Bescheid?

Nein. Das Rauchen wird von Rauchenden oft nicht als Sucht erkannt. Es fehlt hier an Wissen zur gesundheitsschädigenden Wirkung von Nikotin. Erst wenn der Raucherhusten deutlich spürbar ist, fängt man an, darüber nachzudenken. Umso wichtiger ist der Schutz junger Menschen bereits vor der ersten Zigarette. 

Wie stark ist der Suchtfaktor bei Nikotin? Mit welchen anderen Suchtmitteln ist es vergleichbar?

Zigaretten machen schnell süchtig. Nikotin wirkt ähnlich wie Aufputschmittel. Wenn man durch das Rauchen die „Glücksbotenstoffe“ Dopamin und Serotonin ausschüttet, geben diese ein gutes Gefühl. Und davon kann man nicht genug bekommen.

Wie gehen Sie in Ihrer Praxis mit minderjährigen Raucherinnen und Rauchern um? 

Ernst nehmen, ansprechen und aufklären. Nicht verteufeln oder verbieten. Ihnen die Folgen eindeutig und altersgerecht erklären.

Wie kann man junge Raucherinnen und Raucher dabei unterstützen, „clean“ zu werden?

Es gibt sehr gute Anlaufstellen wie die Drogenberatungsstelle des  Landes Steiermark in Graz.

Wie können Eltern ihren Kindern helfen, gar nicht erst süchtig zu werden?

Seien Sie ein gutes Vorbild! In Haushalten, in denen die Eltern nicht rauchen, greifen die Kinder seltener zur Zigarette. Sollten die Kinder es doch tun, ist es wichtig, mit ihnen zu sprechen. Verteufeln oder verbieten Sie nichts, sonst wird es nur noch interessanter. 

 

10 Tipps für Eltern

1.    Nutzen Sie Ihre Vorbildwirkung! 

2.    Nehmen Sie eine klare Haltung gegen das Rauchen ein! 

3.    Überdenken Sie Ihren eigenen Umgang mit Tabak! 

4.    Stärken Sie Ihr Kind darin, selbstbewusst „Nein“ zu sagen! 

5.    Bleiben Sie im Gespräch und nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind! 

6.    Nehmen Sie Fragen und Ängste ernst! 

7.    Sprechen Sie über die Motive und Nachteile des Rauchens! 

8.    Setzen Sie klare Regeln und Grenzen! 

9.    Motivieren und belohnen Sie Ihr Kind! 

10. Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung in Anspruch zu nehmen! 

Quelle Kästen: www.vivid.at ; VIVID - Fachstelle für Suchtprävention 

 

ANLAUFSTELLEN

DROGENBERATUNG DES LANDES STEIERMARK
anonym – freiwillig – kostenlos
Tel. 0316/326044
www.drogenberatung.steiermark.at

RAUCHFREI IN 6 WOCHEN Entwöhnungswochen der STGKK Information und Anmeldung:
Tel. 0316/80351919
www.stgkk.at/tabak

DAS RAUCHERTELEFON
(österreichweit)
Montag bis Freitag 13 bis 18 Uhr
Tel. 0810810013
www.rauchertelefon.at

DAS RAUCHFREI TELEFON
(österreichweit) 
Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr
Tel. 0800810013
www.rauchfrei.at

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