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Familien im Umbruch

Familien im Umbruch

Vollständiger Artikel erschienen in: ZWEI UND MEHR - Das Familienmagazin / Winter 2017
Foto: © Marija Kanzizaj

 

Trennungen und Scheidungen sind für Kinder und Eltern eine große Herausforderung. Die Ärztinnen, Therapeutinnen und Mütter Marguerite Dunitz-Scheer und Martina Leibovici-Mühlberger erklären, was in Zeiten des Sturms wichtig  ist und helfen kann.  

Das Leben nimmt nicht immer einen geraden Weg. Schwierigkeiten und Veränderungen gehören genauso dazu, wie die schönen, gemeinsame Momente. So gab es laut Statistik Austria im Jahr 2016 insgesamt 15.919 Scheidungen in Österreich, davon 2.030 in der Steiermark. Die mittlere Ehedauer lag bei 10,9 Jahren.  Davon betroffen waren insgesamt 18.121 Kinder. Rund 67 Pro-zent davon sind zum Zeitpunkt der Scheidung minderjährig. Trennungen von unverheirateten Paaren mit Kindern sind hier noch gar nicht erfasst. Dass eine Scheidung oder Trennung aber nicht zwangsläufig zur Schädigung von Kindern führen muss, darum kann man sich als Eltern aktiv bemühen. Denn es gibt Methoden und Wege, die helfen können. 

Halbe-halbe mit Doppelresidenzmodell
Die Kinderärztin und Therapeutin Marguerite Dunitz-Scheer war bereits dreifache Mutter, als ihre erste Ehe nach elf Jahren in die Brüche ging. Die Scheidung erfolgte in einer 30-Minu-ten Sitzung als die Kinder 2, 6 und 8 Jahre alt waren. Marguerite Dunitz-Scheer schildert: „Die-ser Schritt war selbst aus heutiger Distanz zu-rückblickend zwar unvermeidbar, aber schreck-lich und hat mich damals massiv verunsichert. Jede Familientrennung mit Kindern ist wie ein schwerer Unfall, mit Scherben, Verletzten, Chaos und Ängsten auf allen Fronten.“ Was beide Eltern aber auf keinen Fall wollten, war das ihren Kindern das Kli-schee „Scheidungswaise“ aufgezwun-gen wird. Und so machten sie sich auf die Suche nach einem für alle lebbaren Wohnmodel gemacht. Die Lösung war für Sie ihr eigens entwickeltes Doppel-residenzmodell. Dabei haben sie für die Kinder anstatt in ein Haupt-Zuhause und ein Besuchs-Zuhause zu tren-nen, zwei Wohnungen gesucht, die jeweils als gleichwertiges Papa-Haus und Mama-Haus bewohnt wurden. Die Zeiten wurden dabei vollkommen gleichmäßig aufgeteilt, so dass es 2-3 fixe Papatage und 2-3 fixe Mamatage gab. Wochenenden, Urlaube und Feste wurden zu gleichen Teilen abgewechselt. Die insgesamt sechs Kinder – drei weitere aus der zweiten Ehe folgten – wurden alle mit diese Modell groß und sind heute bereits sel-ber Eltern. Ihre Erfahrungen mit all den Herausforderungen hat Dunitz-Scheer und ihr zweiter Mann Peter Scheer in dem Buch „Meine, Deine, Unsere: Leben in der Patchworkfamilie“, erschienen im Falter Verlag, zusammengefasst.

Trennen, aber richtig
Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin, Psychotherapeutin und Leiterin der ARGE Erziehungsberatung, schildert aus ihrer Praxis, was für Eltern bei Trennungen oft am Schwierigsten ist: „Es ist der Konflikt, der dahinter steht. Denn hier gibt es meist unterschiedliche Ansichten, was die Ursache ist und wer der Verursacher ist. Die schwierigste und wichtigste Hürde ist daher die Trennung des Paarkonflikts von den Kindern.“ Sie empfiehlt daher - wenn eine Scheidung oder Trennung im Raum steht - eine qualifizierte Beratung aufzusuchen. Denn, so Leibovici-Mühlberger weiter: „Wir haben zwar ein gutes Rechtssystem, aber die Richterin oder der Richter kennen weder das Paar, noch die Kinder. Wenn man es schafft, sich außergerichtlich gemeinsam zu einigen, entsteht eine Lösung für Kinder und Eltern, die auch gemeinsam getragen werden kann.“ Für die Kinder kann in der Konfliktzeit durchaus auch die Unterstützung von Vereinen wie Rainbows, die z.B. Gesprächsgruppen anbieten, nützlich sein. Die Psychotherapeutin rät aber auch zu ganz Naheliegendem, wie zum Beispiel mit den Kindern in die Natur zu gehen, Bewegung oder Sport zu machen oder kreativ sein zu dürfen. Auch die Großel-tern - sofern sie sich aus dem Streit der Eltern heraushalten – können für die Enkelkinder in den Zeiten des Umbruchs eine wertvolle Ankerfunktion haben. 

Anlaufstellen

NOTSCHLAFSTELLE FÜR  JUGENDLICHE BEI KRISEN
Tel: 0316/48 29 59

SORGENTELEFON FÜR KINDER,  JUGENDLICHE UND ERWACHSENE
Tel: 0800/201440

TELEFONSEELSORGE
Tel: 0316/142

 

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