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Wann brauchen wir Hilfe?

Wann brauchen wir Hilfe?

Vollständiger Artikel erschienen in:
ZWEI UND MEHR - Das Familienmagazin / Winter 2018
Fotos: © Marija Kanzizaj

Jede Lebensveränderung wie Trennung, Arbeitslosigkeit, Jobwechsel, Krankheit oder Todesfall kann zur Krise führen. Davon sind Kinder ebenso betroffen wie Erwachsene.

Als der Vater meiner Tochter nach dreizehn Jahren endlich das erste Mal auf die Nachrichten seines Kindes reagierte, wusste mein Kind nicht, was es antworten sollte und wie es damit umgehen sollte“, schildert die 53-jährige Mutter Waltraud. Sie erzählt weiter: „Ich habe mich einerseits zwar gefreut, war aber andererseits mit dieser besonderen Situation völlig überfordert. Ich musste mir Hilfe von zwei guten Freundinnen und einer Beratungsstelle holen. Meine Gefühle waren wie auf einer Achterbahn. Dass ich mich in diesem Moment nicht an meine Eltern wenden konnte, weil sie schon tot sind, hat mich sehr traurig gemacht.“ Die sonst so robuste Alleinerzieherin fand sich damit ganz plötzlich und irgendwie auch unerwartet in einer Krise wieder.

Was macht eine Krise aus?
Eine Krise ist ein schmerzhafter seelischer Zustand oder ein innere Konflikt eines Menschen oder zwischen Menschen. In solch einer problematischen Situation verändert sich unsere Wahrnehmung. Oft fühlt man sich dabei verunsichert, ängstlich oder auch bedroht. Wir hinterfragen unsere Erfahrungen, Grundsätze, Ziele oder Werte. Die Auslöser können verschieden sein: Jobverlust, Wohnungswechsel, Trennung, Arbeitslosigkeit, eigene Erkrankung, die Erkrankung eines Familienmitglieds, Scheidung, Todesfall: jedes Ereignis, das einen „aus der Bahn wirft“. Eine Krise ist also ein Wendepunkt. Damit verbunden ist aber auch immer eine gute Nachricht! Ein Wendepunkt birgt nämlich auch immer die Möglichkeit, etwas „zum Guten zu wenden“. Dafür braucht es aber ab und zu Hilfe. Um sich selbst und seinen Kindern in schwierigen Zeiten helfen zu können, ist es wichtig, zu erkennen, wann man Unterstützung benötigt. Auch muss man den Mut aufbringen, sie dann in Anspruch zu nehmen. Waltraud hatte diesen Mut. Sie hat verstanden, dass sie mit ihrer schwierigen Situation überfordert war. Und damit ist sie nicht allein …

Hilfe holen tut nicht weh
Doris Fleck ist Leiterin der Grazer Beratungsstelle „Institut für Familienfragen“. Sie erzählt: „Da wir eine Familienberatungsstelle sind, kommen Beratungen auch ohne Krisensituation zu Stande. Die Kontaktaufnahme mit uns passiert meist, wenn eine Situation oder eine Entwicklung im Leben der Betreffenden schwierig oder belastend wird. Wir begleiten beim Finden von Entscheidungen, neuen Handlungswegen und Umsetzen von Lösungen.“ Die Motivation, Hilfe zu suchen, sind solche Veränderungen im Leben wie Trennung, Scheidung, Arbeitslosigkeit, Entwicklung des Kindes (wie Kinder-krippe, Kindergarten, Schule, Pubertät, Schule/Lehre/Studium), Krankheit, aber auch persönliche Lebensveränderungs-phasen. Das kann ein Berufswiederein-stieg nach der Karenz sein, ein weiteres Kind oder ein Berufswechsel. Doris Fleck: „Die steigende Überforderung oder Mehrfachbelastung durch Familie, Beruf, Partnerschaft, Existenzangst, Alleinerziehung führt zu mehr Beratungen.“ Die erste Kontaktaufnahme ist meist telefonisch. Aber auch die Anfragen per E-Mail nehmen zu. Doris Fleck: „Wir gehen direkt auf die Situation der Betreffenden ein. Der fachliche Blick von außen ermöglicht, eigene Fähigkeiten und Stärken wieder zu erkennen und umzusetzen. Die Lösungen liegen meistens im Menschen. Zeigt sich, dass unsere fachlichen Kompetenzen in der Beratungsstelle nicht ausreichen, wie bei Gewalt oder auch Sucht, empfehlen wir auch andere Beratungsstellen, öffentliche Stellen oder PsychologInnen.“

Kinder nicht übersehen
Besonders wichtig ist es, Kinder und ihre Gefühle in solch einer Krisensituation nicht zu übersehen. Während Erwachsene damit oft sehr beschäftigt und überfordert sind, bleiben Kinder mit ihren Gefühlen ganz allein. Das wurde der Amerikanerin Suzy Yehl 1983 so richtig bewusst. Sie ist Mutter von drei Söhnen und wurde geschieden. Sie hat erlebt, dass ihre Kinder die Trennung ebenso schmerzhaft erlebten wie sie selbst. Sie besuchte eine Selbsthilfegruppe, um wieder Halt im Leben zu finden. Doch für ihre Buben gab es keine Selbsthilfegruppe, in der sie sich hätten austauschen können. Das war praktisch die Geburtsstunde der Rainbows-Gruppen. Heute gibt es davon rund 260 in ganz Österreich, in denen Kinder nach Trennung, Scheidung oder Tod wieder Halt und einen Weg finden können.

Hier findest Du in der Steiermark Unterstützung!

Für Kinder und Jugendliche:

Rat auf Draht
Tel.: 147
Online-Beratung: www.rataufdraht.at

Notschlafstelle für Jugendliche – Schlupfhaus
Mühlgangweg 1, 8010 Graz
Täglich von 18.00 abends bis 9.00 früh
Tel.: 0316/48 29 59
Mail: schlupfhaus@caritas-steiermark.at

Kinder- und Jugendanwaltschaft Steiermark
Paulustorgasse 4/3.Stock, 8010 Graz
Tel: 0316-877-4921
Mail: kija@stmk.gv.at
www.kija-steiermark.at
Hier finden Kinder und Jugendliche persönliche und kompetente Hilfe, wenn sie Gewalt von nahen Angehörigen erdulden müssen.

Für Alle:

Telefonseelsorge
Tel.: 142

Frauennotruf bei sexueller Gewalt
Tel.: 0316/318077

Frauenhäuser Steiermark
Verein zur Soforthilfe für bedrohte und misshandelte Frauen und deren Kinder
Postfach 30, 8018 Graz
Tel.: 0316-42 99 00
e-mail: verein@frauenhaeuser.at 

Gewaltschutzzentrum Steiermark
Granatengasse 4/2, 8020 Graz
Tel.: 0316-77 41 99
E-Mail: office@gewaltschutzzentrum.at

Hotline Anonyme Geburt - Babyklappe
0800/838383

Männernotruf Steiermark 
Tel.: 0800 246 247

Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark 
Dietrichsteinplatz 15/8. Stock, 8010 Graz
Tel.: 316-83 14 14
E-Mail: info@maennerberatung.at
www.maennerberatung.at

Männerberatung Obersteiermark

Mareckkai 6, 8700 Leoben
Tel.: ++43 (699) 126 30 802
E-Mail: oberstmk@maennerberatung.at

Rainbows Steiermark
Grabenstraße 88, 8010 Graz
Tel. 0316/678783
www.rainbows.at

Institut für Familienfragen
8043 Graz, Mariatroster Str. 41/1.Stock
Tel: 0316/386210
E-Mail: elternschaft@utanet.at
www.familienfragen.at

Beratungsstellen direkt in Ihrer Nähe:

Es gibt direkt in Ihrer Nähe Beratungsstellen, die Ihnen helfen können! 
Sie finden Sie online unter: www.zweiundmehr.steiermark.at

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