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Was macht eigentlich ... ein Clowndoctor?

Was macht eigentlich ... ein Clowndoctor?

Vollständiger Artikel erschienen in:
ZWEI UND MEHR - Das Familienmagazin / Winter 2019
Foto: © Marija Kanzizaj

Hannes Urdl ist seit 25 Jahren mit Leib und Seele Clowndoctor. Als Dr. G. Wurl zaubert er kleinen und großen Patientinnen und Patienten ein Lachen ins Gesicht. Als künstlerischer Leiter der Rote Nasen Clowndoctors in der Steiermark zeigt er den Nachwuchsclowns, wie das geht.

8.00

AB 8 Uhr macht Hannes Homeoffice. So kann er ungestört arbeiten und die Clownvisiten koordinieren. In der Steiermark gibt es jährlich über 700 Clownbesuche, die immer zu zweit stattfinden. Das Team ist mit insgesamt 18 Clowninnen und Clowns nach dem Wiener Team das zweitgrößte Rote Nasen-Team in Österreich. Sandy, eine Kollegin bittet um einen Termintausch.

8.25

Der Clowndoctor bereitet seinen Vortrag für den Demenzkongress in Kärnten vor: Dafür schreibt er zusammen, wie Rote Nasen Menschen begegnen, die von Demenz betroffen sind. Er wird auch erzählen wie schön es ist, wenn in einem Pflegeheim bei dem Clownbesuch die Augen leuchten und plötzlich wieder mehr gesprochen wird. Denn das sind die Ziele der Clownbesuche: Sie bieten den Menschen Einstiege in Kommunikation und Austausch, einen Weg aus Isolation, Langeweile und Einsamkeit. Sie fördert die körperliche und geistige Agilität und aktivieren positive Emotionen.

9.00 

Abfahrt nach Graz. Hannes trifft sich mit seiner Kollegin Ute, der Regionalen Programmleiterin. Sie gehen die Themen für das nächste Teammeeting durch: Die künstlerische Schwerpunkte für das Jahr 2019 müssen festgelegt werden. Auch die fachliche Weiterbildung wird besprochen.Ein Psychotherapeut hat ihnen viel Wissenswertes und Hilfreiches über Kinder mit besonderen Bedürfnissen erzählt. 

9.42

Die Roten Nasen Clowndoctors haben eine Anfrage einer südsteirischen Schule: Es werden zwei große Benefizabende für sie veranstaltet. Das Team freut sich sehr über dieses Engagement. Ute sucht noch eine Kollegin oder einen Kollegen, die sie vor Ort offiziell vertreten wird. 

11.00

Hannes begleitet Ute und Lukas, einen der drei neuen Clowns, bei ihrem Einsatz im Haus der Barmherzigkeit. Denn nach der Audition und erfolgreichen Aufnahme ins Clownteam durchlaufen junge Clowndoctors ein mehrjähriges Ausbildungsprogramm. Als künstlerischer Leiter begleitet Hannes diesen Prozess. Er beobachtet und erlebt Lukas als Clown Ferdinand und sieht, was er gelernt hat. Im Anschluss gibt es ein Feedbackgespräch. Hannes freut sich über Lukas‘ Fortschritte und gibt ihm Tipps, was er noch verbessern kann.

13.00

Mittagspause mit ein wenig Ruhe und einem Brötchen.

14.00

Hannes trifft sich mit seiner Kollegin Elisabeth im LKH Graz. Sie bereiten sich auf ihre Clownviste vor. Elisabeth ist eine begnadete Geigerin, Hannes als Dr.G.Wurl hat seine kleine Gitarre und Nasenflöte dabei. Sie stimmen ihre Instrumente und proben ein paar Winter- und Weihnachtslieder, mit denen sie heute die kleinen und großen Patienten überraschen möchten. Danach schlüpfen sie in ihre Kostüme und setzen die Nase auf. Als Dr. Gustav Wurl und Tante Trudi besuchen sie heute einige Stationen auf der Kinderklinik und der Kinderchirurgie. Bevor sie durch die Gänge und in die Krankenzimmer ziehen, geht es zur Übergabe ins Schwesternzimmer. Da erfahren sie, was sie heute erwartet und was es zu beachten gilt. Die enge Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal und den Ärztinnen und Ärzten ist eine wichtige Basis für ihre Arbeit. Erst jetzt kommt das, was sie am liebsten Tun: Schönen Unfug treiben, die großen und die kleinen Menschen unterhalten. Die Stimmung aufhellen, ins Gespräch kommen und selber Freude am Leben empfinden und dankbar sein. Das ist der Kern ihrer Arbeit. 

17.00

Nach der Clownvisite setzt sich der Clowndoctor wieder als Hannes mit seinem Laptop in ein Café. Er vereinbart Vortragstermine mit einer großen Hauskrankenpflegeorganisation in Kärnten. Denn er ist auch österreichweit für Vorträge und Seminare zum Thema Humor in der Pflege zuständig.

17.40

Es wird Zeit nach Hause zu fahren. Hannes geht noch ein bisschen im Wald spazieren. Nach so vielen Gesprächen und Begegnungen mag er es, einfach zu gehen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Der Humor und das Lachen hat heute vielen Menschen gut getan. Für den Clowndoctor war das ein guter Tag.

Über Hannes Urdl

Ist seit 25 Jahren Rote Nasen-Clowndoctor, Regionaler Künstlerischer Leiter in der Steiermark, Liedermacher und Erwachsenenbildner. Er hält Seminare und Vorträge zu den Themen Humor und Lachen, Stress und Burnoutprävention in helfenden und pädagogischen Berufsfeldern. Und er ist Vater von vier erwachsenen Töchtern.

Was machen die Roten Nasen?

Seit 1994 bringen Rote Nasen Clowndoctors ein Lachen dorthin, wo es dringend gebraucht wird: Zu kleinen PatientInnen auf Stationen der Kinderchirurgie, der Kardiologie und auf Onkologie- und Intensivstationen, zu Kindern und Jugendlichen in sonder- und heilpädagogischen Einrichtungen und zu Erwachsenen und SeniorInnen in Pflege- und Rehabilitationszentren. Rote Nasen sind überall, wo Menschen auch seelische Unterstützung brauchen, um wieder gesund zu werden und neue Lebensfreude zu finden.

www.rotenasen.at

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